Während Honig vor allem als Nahrungsmittel bekannt ist, gibt es im Bienenstock noch einen weiteren faszinierenden Stoff: Propolis. Es handelt sich dabei um ein natürliches Harzgemisch, das von den Bienen gesammelt und weiterverarbeitet wird – und im Bienenvolk eine ganz besondere Rolle spielt.
Was ist Propolis?
Propolis ist ein von Bienen hergestelltes Naturprodukt. Die Bienen sammeln dafür Harze von Knospen, Rinden und Pflanzen, vermischen sie mit Wachs und eigenen Enzymen und erzeugen so eine zähe, aromatische Masse.
Im Bienenstock dient Propolis vor allem dazu,
- kleine Spalten und Ritzen abzudichten,
- Oberflächen zu überziehen
- und den Stock widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen zu machen.
Der Name „Propolis“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „vor der Stadt“ – ein Hinweis auf seine Funktion als Schutzstoff.
Welche Rolle spielt Propolis im Bienenstock?
Bienen nutzen Propolis gezielt dort, wo es nötig ist:
- zur Stabilisierung des Stocks
- zur Abdichtung gegen Zugluft und Feuchtigkeit
- zum Überziehen von Oberflächen im Inneren
Gerade in natürlichen, gesunden Bienenvölkern ist Propolis ein fester Bestandteil des Stocklebens. Menge, Farbe und Konsistenz können dabei stark variieren – abhängig von Region, Vegetation und Jahreszeit.
Wie wird Propolis gewonnen?
Propolis fällt in der Imkerei nur in vergleichsweise kleinen Mengen an. Die Bienen produzieren es ausschließlich für ihre eigenen Bedürfnisse, nicht gezielt für den Menschen. Entsprechend behutsam erfolgt auch die Gewinnung.
Eine Möglichkeit besteht darin, Propolis vorsichtig von Rähmchen oder Beutenteilen abzukratzen. Dabei handelt es sich meist um kleinere Mengen, die sich an stark frequentierten Stellen im Bienenstock ablagern.
Daneben gibt es eine besonders schonende Methode: den Einsatz spezieller Propolisplatten. Diese Platten verfügen über viele kleine Ritzen und werden auf die Rähmchen im Bienenstock gelegt. Die Bienen verschließen diese feinen Spalten instinktiv mit Propolis, um den Stock abzudichten.
Sobald die Platten ausreichend gefüllt sind, werden sie dem Bienenstock entnommen und für kurze Zeit – in der Regel über Nacht – in den Gefrierschrank gelegt. Durch die Kälte wird das Propolis spröde. Anschließend lassen sich die Propolisteilchen leicht aus den Ritzen lösen und so sorgfältig „ernten“.
Diese Methode ermöglicht eine saubere und schonende Gewinnung, ohne das Bienenvolk unnötig zu stören. Gleichzeitig zeigt sie, wie aufwendig und zeitintensiv die Gewinnung von Propolis ist.
Propolis im Fokus der Forschung
Bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückte Propolis verstärkt in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Verschiedene Forscher befassten sich mit seiner Zusammensetzung und seinen besonderen Eigenschaften sowie mit seiner Rolle im Bienenstock.
In der wissenschaftlichen Literatur wird Propolis seit Jahren untersucht, unter anderem im Hinblick auf antimikrobielle und entzündungsbezogene Fragestellungen. Die Ergebnisse sind teils vielversprechend, reichen nach Auffassung von Fachbehörden und Gerichten jedoch bislang nicht aus, um in der EU zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Propolis als Lebensmittel zu rechtfertigen. Aus diesem Grund dürfen wir Propolis-Produkte nicht mit spezifischen Gesundheitswirkungen bewerben.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Propolis dauert bis heute an und ist Gegenstand fortlaufender Forschung. Erkenntnisse entwickeln sich dabei stetig weiter und ersetzen keine medizinische Behandlung.
Hinweis:
Propolis ist ein Naturprodukt. Es handelt sich nicht um ein Arznei- oder Medizinprodukt. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen sind wissenschaftlich nicht eindeutig belegt und ersetzen keine medizinische Beratung.
Ein Naturprodukt mit langer Tradition
In der traditionellen Naturkunde wird Propolis aufgrund seiner besonderen Eigenschaften seit langem geschätzt. Historisch fand es dabei vor allem im Zusammenhang mit der Pflege und dem Schutz eine vielfältige Verwendung.
Heute ist Propolis in unterschiedlichen Formen erhältlich, unter anderem als:
- Propolislösung mit Alkohol (z. B. Ethanol als Trägerstoff)
- alkoholfreie Propolislösungen, bei denen andere Trägerstoffe verwendet werden
- Rohpropolis in unverarbeiteter Form
- Verarbeitete Produkte wie Tinkturen, Sprays oder kosmetische Erzeugnisse
Je nach Form unterscheiden sich Handhabung, Haltbarkeit und Einsatzbereich.
Im Alltag wird Propolis von vielen Menschen traditionell verwendet, etwa:
- zur Pflege von Haut und Mundraum
- als Bestandteil von Kosmetikprodukten
- oder als naturbelassener Rohstoff für individuelle Anwendungen
👉 Hier findest du alle Informationen zu unserem Propolis
Dabei gilt: Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung und basiert auf überlieferten Erfahrungen, nicht auf medizinischen Empfehlungen.

